Was hat das mit mir zu tun? Alles!

Doris Dörrie, Leben Schreiben Atmen

Der Lebensweg, den jeder individuell zu gehen hat, macht aus uns die Menschen, die wir sind.

“Die Erinnerungen verändern sich und wandern.
Sie werden zu Geschichten, zu unseren gemeinsamen Geschichten, unserem Kosmos der menschlichen Erfahrungen, den es immer neu zu füllen gilt mit ihrer Einzigartigkeit. Deshalb ist die persönliche Geschichte erzählenswert. Deshalb ist persönliche Geschichte erzählenswert. Die genaue Beschreibung der Einzigartigkeit jedes Einzelnen von uns bewahrt uns vor der Vorstellung, dass die Dinge klar und einfach sind. Sind sie nicht. Sie in all ihrer Widersprüchlichkeit zu beschreiben ist Waffe gegen Dogmatismus und Ausgrenzung. Allein deshalb sollten wir uns erinnern. Und schreiben.”

S.66

Doris Dörrie, die wir als Regisseurin und Schriftstellerin kennen, legt so etwas wie eine Biographie vor. Erlebnisse, die sie prägten, versehen mit Kommentaren und Interpretationen, die von ihrer komplexen Gedankenwelt zeugen, machen Mut, selber auch mehr Wahrnehmung in den eigenen Kosmos zu bringen.
Der Lebensweg, den jeder individuell zu gehen hat, macht aus uns die Menschen, die wir sind.

Doris Dörrie hat lange Zeit in Japan gelebt, da ist es kaum verwunderlich, dass sie viele Denkanstöße von dort mitgebracht hat.
Für mich war sehr eindrücklich das Kapitel über einen Filmdreh in Fukushima.
“Grüsse aus Fukushima” entstand an Originalschauplätzen und bindet das Unglück in die Thematik des Films ein.
Ein sehr persönliches Buch!

“Meine Eltern brachten uns Kindern das Beten bei, damit wir wissen, wie es geht, falls wir es mal brauchen. Ich bringe es deshalb auch meinem Kind bei. Mit drei Jahren will es Papst werden und am liebsten in Kirchen gehen. Einer lebensgrossen Holzskulptur des leidenden Christus in einer Wallfahrtskirche klebt es in einem unbeobachteten Moment Dinopflaster auf die Wunden.
S.265

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